Sechs Kreisverbandsvorsitzende wenden sich an Präsident Köberle

Gemeinsam fordern die Vorsitzenden zeitnah eine Fachgruppe "Corona" einzusetzen um die verschiedenen Einschränkungen und Verbote anläßlich der anhaltenden Pandemie stufenweise abzubauen und den Vereinen finanzielle Perspektiven und Sicherheit zu geben.

Blasmusikverband Bodenseekreis, Kreisversitzender Walter Stegmaier
Blasmusikverband Biberach, Kreisvorsitzender Michael Ziesel
Blasmusikkreisverband Ravensburg, Kreisvorsitzender Rudolf Hämmerle
Blasmusikverband Sigmaringen, Kreisvorsitzender Egon Wohlhüter
Blasmusikkreisverband Zollernalb, Kreisvorsitzender Heiko-Peter Melle
Blasmusikverband Neckar-Alb, Kreisvorsitzender Helmut Vöhringer

 


Herrn Präsident
Rudolf Köberle
Blasmusikverband Baden-Württemberg
König-Karl-Str. 13
70372 Bad Cannstatt


Salem, 10. Mai 2020

Blasmusik im Zeichen von Corona -weitere Vorgehensweise zur Rückkehr aus dem Lock-down.

Sehr geehrter Präsident Köberle,
liebe Präsidiumsmitglieder des BVBW,

seit Erlass der CoronaVO des Landes Baden-Württemberg am 17. März 2020 ist jegliche Vereinstätigkeit unserer Mitgliedsvereine untersagt. Das gilt neben Proben und Auftritten, auch für die Jugendausbildung und organisatorischen Zusammenkünfte. Telefon- und Videokonferenzen sind leider nur ein eingeschränkter Ersatz für Präsenz-Veranstaltungen.

Wir waren hoffnungsfroh als bekannt wurde, dass die Ausbildung unserer Jugendlichen wieder möglich werden sollte. Umso tiefer sitzt nun die Enttäuschung, dass im Erlass des Ministeriums Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg vom 5. Mai 2020, die Blasinstrumente ausdrücklich von dieser Freigabe ausgenommen wurden.

Ich habe ziemlich Zeit investiert, mich über die möglicherweise zugrundeliegenden Hintergründe dieser Entscheidung zu informieren. Ich musste leider feststellen, dass die empfohlenen Sicherheitsabstände abstrus variieren, von 1m bis 12m Abstand. Aus dieser Diskrepanz ergibt sich m.E. unbedingt die Notwendigkeit, die physikalischen Eigenschaften des Bläsermusizierens physikalisch näher zu untersuchen.

Beim Spielen eines Blasinstruments bildet sich im Instrument eine sog. „Stehende Welle“ aus. Aus der Schwingungslehre der Physik wissen wir, dass bei Wellen ein Energietransport (Schall), aber kein Massetransport (Luft) stattfindet. Luftemissionen und -verwirbelungen können damit m.E. kaum im vermuteten oder befürchteten Umfang zu erwarten sein.

Letztendlich muss aus den erforderlichen wissenschaftlichen Untersuchungen eine Handlungs-empfehlung mit Hygienevorschriften erarbeitet werden. Aus meiner Sicht sind diese Hygienevorschriften aber sicher umsetzbar. Erste Empfehlungen dazu gibt es bereits z.B. von der Charité in Berlin

 

Wir beantragen hiermit, das Präsidium möge folgendes beschließen:

Zeitnah eine Fachgruppe „Corona“ einzusetzen, mit folgenden primären Zielen

  • Aufhebung des Vereinsverbotes

  • Abhaltung von Gremiensitzungen in den Vereinen als Präsenzsitzung

  • Ermöglichung von Musikunterricht für Bläser

  • Öffnung öffentlicher Räume für den Musikunterricht

  • Stufenweiser Beginn des Probenbetriebs auch mit kleineren Besetzungen

  • Öffnung des geregelten Probenbetriebs

  • Ermöglichung von Auftritten und Konzerten

  • Den Vereinen wieder finanzielle Perspektive und Sicherheit zu geben.

Dafür ist es unumgänglich, dass das Präsidium des BVBW und die Fachgruppe „Corona“

  • Regelmäßige und zeitnahe Informationen an die Mitgliedsvereine erstellt und

  • Erkenntnisse und Ergebnisse an Fachministerien und Politik übermittelt werden

  • Ein enger Schulterschluss mit den Verbänden der Musikschulen zu pflegen ist

  • Die Kreisverbandsvorsitzenden eng in diesen Prozess eingebunden werden.

Wir bitten das Präsidium des BVBW dringend, unsere Anliegen zu unterstützen. Sollten nach dem Totalausfall der Sommersaison, auch noch die Jahreskonzerte ausfallen, droht u.E. in Summe ein einjähriger Lock-down mit unübersehbaren, nachhaltig negativen Folgen für unsere Vereine.


Mit freundlichen Grüßen

Walter Stegmaier

Blasmusikverband Bodenseekreis
auch im Namen der mitunterzeichnenden Verbände


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